Zeit mit Ihm

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Eigentlich hatte ich vor heute keinen Blogbeitrag zu verfassen. In den letzten Wochen war lernen angesagt. Als das abgeschlossen war, ging es gleich weiter mit aufräumen, ausmisten und umziehen. Zu Hause angekommen ging es an`s Auspacken, eine zweite Runde ausmisten (nach dem umziehen ist es noch effektiver, da man keine Lust hat die ganzen Sachen nochmal zu bewegen). Kleidung bügeln, fotografieren, auf Kleiderkreisel stellen. Päckchen verpacken, weiter aussortieren, überlegen, was zu Hause bleibt und was mit nach Stuttgart kommt. Jetzt bin ich wieder in meinem „alten“ Zimmer und es wird weiter eingepackt und aufgeräumt. Morgen startet dann ein Kurztripp und auf dem Weg zurück werden die nächsten Umzugskisten ins Auto geladen und weiter geht es. Wie ihr sicherlich gut nachvollziehen könnt hilft die Hitze da nicht wirklich. Ich bin einfach nicht geboren für diese Temperaturen. Übrigens darf ich Ende August noch einmal umziehen. Yeah!

Ihr seht also, es ist genug zu tun und mein Gehirn schmilzt gefühlt auch dahin. So fiel es mir nicht gerade schwer Ausreden zu suchen um keinen Blogbeitrag zu verfassen. Die letzten Wochen hatte ich nicht wirklich viel Zeit mit Gott verbracht, war seltener im Gottesdienst und hab auch nicht so tief in die Bibel hineingeschaut. Von großen neuen Offenbarungen kann ich euch also nichts berichten. Aus dem Alltag, direkt aus dem Leben kann ich jedoch eine Sache erzählen die mir hilft nicht komplett am Rad zu drehen und ein weirdo zu werden (Das werde ich trotzdem manchmal, aber dann in einem geringeren Maße 😊 ) Heute gibt es also einen Beitrag ohne große Recherche, ohne schöne poetische Worte aber ein Beitrag der trotzdem von Herzen kommt.

Ich denke ihr kennt alle diese Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate, in denen ihr von einem Termin zum anderen hetzt. Ihr wisst was ich meine, oben habe ich schon ein Beispiel aufgeführt. Ich habe jedoch eine Frage an dich: Was bringt dich in diesen Zeiten dazu Pause zu machen, durchzuatmen und nicht durchzudrehen? Was holt dich wieder runter, wenn du von deiner To-do Liste sogar träumst? Was hilft dir wieder zu sehen um was es wirklich geht? (Schreibe die Antwort gerne in die Kommentare, dann können wir alle voneinander lernen!)

Bei mir ist es meine Zeit mit Ihm. Meine wertvolle Zeit mit Gott.  Ihr ahnt es bestimmt schon worum es in diesem Beitrag gehen wird. Die „stille Zeit“. So nennen wie Christen es jedenfalls und viele verbinden damit eher einen Kampf als Freude und Erfrischung. Mein Ziel ist es nicht mit erhobenen Zeigefinger zu sagen, dass ihr diese Stille Zeit jeden Morgen „absolvieren“ müsst. Ich möchte euch erzählen, warum ich diese Zeit lieben gelernt habe.

Sie hilft mir nicht durchzudrehen bei den Aufgaben, die an einem Tag anstehen, sie hilft mir den Fokus auszurichten und erinnert mich um wen es wirklich geht. Sie erinnert mich dankbar zu sein, da ich es mir angewohnt habe jedes Gebet mit Dank anstatt mit Tausend Bitten zu beginnen. Diese Zeit erinnert mich daran, dass ich die Dinge in Gottes Hand legen kann und sie nicht selbst tragen muss. Starte ich mit Gott in den Tag erinnere ich mich auch während des Tages öfter bewusst an ihn und führe auch dann das ein oder andere kurze Gespräch mit ihm. Nicht jeder Morgen bringt bei mir die große Erkenntnis hervor und ja, manchmal schlafe auch ich fast dabei ein. Manchmal lasse ich diese Zeit mit Gott auch ausfallen, weil ich produktiv sein will. Ich liebe es Aufgaben erledigt zu haben und kann manchmal gar nicht schnell genug damit beginnen. Spätestens am Ende des Tages merke ich jedoch, dass ich nicht so ausgeglichen war, schneller in Panik oder Rage geraten bin. In einem Andachtsbuch habe ich mal folgendes gelesen:

„Unterteile dein Leben nicht in Dinge, die du selbst tun kannst, und Dinge, für die du meine [Gottes] Hilfe brauchst. Lerne stattdessen, dich in jeder Situation auf mich [Gott] zu verlassen. Diese geistliche Übung ermöglicht es dir, das Leben mehr zu genießen und jedem Tag mit Zuversicht entgegenzublicken.“  (Ich bin bei Dir-366 Liebesbriefe von Jesus; Sarah Young)

John Piper hat ebenfalls Recht mit dem was er sagt: „ If prayer seems to you a diversion from productivity, remember God does more in five seconds than we can in five hours“

Es gibt bestimmt eine Menge Material dazu wie die Stille Zeit mit Gott aussehen kann. Ich würde jedoch behaupten, dass es gar nicht um diese Formalitäten geht. Meiner Meinung nach geht es vielmehr darum, dass ich in dieser Zeit mein Herz ganz bewusst auf Jesus ausrichte und geplant Zeit mit ihm verbringe. So, wie ich es auch mit Freunden mache um Beziehung aufzubauen und zu leben.

Bei mir sieht es so aus, dass ich jeden Morgen mindestens 20 Minuten mit Gott verbringe. Ich lese in der Bibel und bete dann. Man kann das ganze vielleicht noch freier oder auch strukturierter machen als ich es tue. Das man die Stille Zeit morgens machen „MUSS“ halte ich für einen Mythos. Wenn du dich morgens dazu quälst und dabei fast einschläfst, dann bringt dir diese Zeit mit Gott nicht gerade viel. Was ich aber nicht für einen Mythos halte ist, dass uns Routine enorm hilft um Gewohnheiten zu etablieren. Diese Routine habe ich nicht, wenn ich es 2 Mal hintereinander getan habe. Nein, dazu muss man sich am Anfang manchmal leider etwas durchbeißen. Dafür hilft es sich eine feste Zeit für Gott zu reservieren.

Was mir neben der zeitlichen Routine hilft, ist einen bestimmten Ort für diese Zeit aufzusuchen. Ich bin einfach ein Gewohnheitsmensch und alles was anders ist würde mich ablenken.

Um der Gefahr entgegenzuwirken, dass ich mich selbst in der Stillen Zeit nur bemitleide und Gott die Ohren volljammer, starte ich, wie bereits erwähnt, immer mit Dank. Zum anderen nehme ich mir immer wieder vor auch für andere Leute zu beten. So kreise ich mich nicht immer nur um mich selbst und es hilft mir die Menschen in meiner Umgebung besser zu lieben. Versteh mich nicht falsch. Wir können mit allem zu Gott kommen und manchmal muss man seinen Frust auch mal bei ihm rauslassen. Er hört sich alles was du zu sagen hast gerne an. Wir dürfen dann aber auch wieder darauf schauen, welche kleinen Wunder Gott gerade in unserem Leben tut, wenn wir das Große nicht erkennen können. Außerdem bin ich mir sicher, dass diese Zeit viel aufbauender sein kann, wenn wir seine Wahrheit über unsere Situationen aussprechen und sie in seine Hand legen als ihm unser Leid zu klagen. Dessen muss ich mir selbst immer wieder bewusst werden.

So, und morgen geht es in den Urlaub. Hier finde ich es immer besonders herausfordernd mir Zeit mit Gott zu nehmen. Es gibt so viel zu entdecken. Meistens bin ich so müde, dass es mir besonders schwer fällt früher aufzustehen. Da hilft es mir nur, mich zu erinnern wie gut mir diese Zeit tut.

In unserem Alltag voll mit Trubel ist es ganz natürlich den Fokus zu verlieren und vielleicht auch zu vergessen, wen wir da eigentlich an unserer Seite haben. Umso wichtiger ist es uns diese wertvollen Zeiten herauszunehmen.

Die Lyrics vom Song „None but Jesus“ von Hillsong United passt hier finde ich ziemlich gut:

In the quiet, in the stillness
I know that you are God
In the secret of your presence
I know there I am restored
When you call I won’t refuse
Each new day, again I’ll choose

There is no one else for me
None but Jesus

[…]

In the chaos, in confusion
I know you’re sovereign still
In the moment of my weakness
You give me grace to do your will
When you call I won’t delay
This my song through all my days

 

Anka

…die jetzt erstmal weiter

Umzugskartons packt.

  • Avatar
    Chrisse
    27. August 2018

    Toller Blogbeitrag Anka. Danke, dass Du dir trotz der vielen Aufgaben Zeit genommen hast.

    Lg Chrisse

Candlelight
Das Leben mit Perspektive Ewigkeit