Wenn das Herz vor Liebe spricht

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Anbetung ist, glaube ich, das Krasseste auf der Welt und in den Himmeln. Doch was ist das eigentlich konkret? Einmal gestartet, finde ich mit meinen Gedanken kein Ende. Ich weiß nicht, wie es dir mit der Frage geht, doch bei mir regt diese Überlegung so einige Gefühle. Angefangen bei vollkommener Überforderung und Ahnungslosigkeit, bis hin zu persönlichen Erlebnissen und einem Herzen, das auf einmal höherschlägt. Und da bin ich auch schon bei dem Kern von Anbetung angelangt – unserem Herzen oder das, was wir oft damit verbinden, wie beispielsweise unsere Liebe, unsere Zuneigung, unser Leben oder unser ganzes Sein.

„Ich liebe dich von ganzem Herzen!“

Ein Satz, der keine Lücken lassen will; der nicht ein Stückchen der eigenen Persönlichkeit außen vorlassen will, sondern mit aller Hingabe den Entschluss einer bedingungslosen Liebe versprechen möchte. Vermutlich bekommt diesen Satz nicht jeder in unserem Leben zu hören. Aber wie krass ist es eigentlich, dass Gott derjenige ist, der dies zu uns, zu dir, zu mir persönlich sagt. Er hat mich zuerst geliebt (1.Joh. 4,19), weil er Liebe ist. (1.Joh. 4,16) Ja, Gott ist die Liebe in Person und erschuf den Menschen, erschuf dich, aus Liebe. Sollte das hier nicht eigentlich um Anbetung gehen? Du hast recht und wir sind auch schon mitten drin, denn Liebe braucht immer ein Gegenüber, an dem die Liebe „rausgelassen“ werden kann. Liebe ist immer auf jemanden oder etwas ausgerichtet. Stell dir vor Gott Vater, der Heilige Geist und Jesus sind die pure Liebe selbst und fließen von ihr über. Aus diesem Grund erschufen sie dich und mich, damit ihrer Liebe ein Gegenüber hat, an dem sie Ausdruck finden kann. Ihre Idee dabei: der freie Wille; denn nichts ist mächtiger, als wenn die geschenkte Liebe eine Antwort aus Liebe empfängt. Du wurdest geschaffen, um von deinem himmlischen Vater geliebt zu werden, voll Liebe überzufließen und dir sein Herz schenken zu lassen. Die Liebe in Person will mit dir leben, sagst du ja? Ich versprech dir eins, du wirst es nicht bereuen, sondern erleben, wie dein Herz auch ihm antworten will.

Anbetung ist der Ausdruck eines liebenden Herzens

Einem Herzen, das zuerst geliebt wurde und wird und gesehen hat, wie umwerfend mächtig, liebevoll, persönlich, hingegeben, königlich und heilig unser Gott ist. Wir sehen also, Anbetung hat etwas mit der persönlichen Liebesbeziehung zu tun, die du, oder ich zu unserem himmlischen Vater haben.

Die Bibel spricht davon, dass wahre Anbetung eine Anbetung in Wahrheit und in Geist ist. (Joh. 4, 23-24) Gott sucht Anbeter, die ihn in Wahrheit und in Geist anbeten. Uhi, wo ist da die Liebe hin? Ich glaube sie steckt mitten drin! Was Gott uns hier sagen will, ist, dass er keine Worship-Shows will, keine netten Lieder, die wir mal so runter singen, oder heilig klingende Gebete, die wir sprechen. Nein, er sucht Menschen, die in ihrem Herzen verstanden haben, dass Gott durch Jesus, der am Kreuz gestorben ist, der Welt gezeigt hat, dass er ein liebender Vater ist und seine Kinder immer noch liebt und immer noch mit ihnen Gemeinschaft haben will. Jesus ist der Weg zum Vater und Jesus ist die Wahrheit (Joh. 14,6). Wir können den Vater nur anbeten, wenn wir persönlich den Tod Jesu für uns annehmen, damit er uns durch sein Blut frei von Schuld und Sünde macht und wir Gemeinschaft haben können mit unserem Vater im Himmel. Gott möchte keine Anbeter, um der Anbetung willen. Er sucht Herzen, die ihn aus Dankbarkeit zurücklieben, weil sie überwältigt sind vom dem Opfer Jesu, das ihnen neues Leben schenkt! Da steckt noch so viel mehr drin, doch lass uns zu dem zweiten Teil des Verses gehen.

Die Anbetung im Geist

Auch hier verbergen sich wahre Schätze! Um nicht zu weit auszuholen, kürze ich damit ab, dass jeder, der von seinem alten Leben umgekehrt ist (ganz klassisch: Buße getan hat), Jesus sein Leben geben hat und sich hat taufen lassen, von neuem geboren wurde. (nachzulesen in Joh. 3) Wenn ich mich jetzt aber so recht erinnere, dann sah ich kurz nach meiner Bekehrung oder Taufe noch ziemlich genau so aus, wie davor. Ich war definitiv fröhlich und ich fühlte, dass in mir etwas anders war. Ich hatte Hoffnung, aber äußerlich war ich gleich. Wo fand diese Neugeburt also statt? Die Antwort liegt im Innern, genauer in unserem Geist. Und da sind wir wieder. Unser Geist ist also durch unsere Lebensübergabe etc. neu gemacht worden und ein gewaltiger Unterschied ist nun, dass der Heilige Geist in uns wohnt. Jenen brauchen wir auch, wenn wir Gott anbeten wollen, denn er führt uns in alle Wahrheit und offenbart uns das Wesen Gottes. (Joh. 16,13) Wir sind auch nach unserer Bekehrung noch immer auf dieser Erde, doch unser Geist kann auf einmal Gottes Reich sehen. (Joh. 3,3) Wir können die Liebe unseres himmlischen Vaters überall erkennen, seine Stimme hören und seine Führung in unserem Leben wahrnehmen. Wir brauchen den Heiligen Geist, um den Vater immer besser kennen zu lernen und beispielsweise seine Wahrheiten über ihn und uns zu erfahren.

Gott möchte weder Anbeter, die ihn nicht kennen, noch kennen lernen wollen. Er braucht keine stumpfen Lieder, die wir singen, oder nette Floskeln, die wir vor uns hin „nuscheln“. Er braucht unsere Anbetung nicht.

Er will dich und deine freiwillige Liebe, weil dein Herz von seiner überfließt. Anbetung bedeutet somit in erster Linie aus Liebe – nicht aus Angst oder Pflicht – Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater zu haben und ihm unsere Dankbarkeit und Liebe zu schenken. Mein Herz schlägt schon wieder höher, deins auch?

 

Johanna

…die momentan dabei ist eine

unbegründete Optimistin zu werden.

 

    Gott ist gut
    Sapere aude!- Oder Gottes Freiheit verstehen lernen