Vom Wunder und Begegnungen

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Heute ist Karfreitag. Und während wir vielleicht einen andächtigen Gottesdienst besuchen, aber schon wissen was wir in zwei Tagen feiern werden, kann ich mir vorstellen, dass in den Leuten vor Ort auf Golgatha ein Gefühlschaos herrschte. Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen hin und hergerissen waren zwischen Bestürzung, Trauer, Wut, Hilflosigkeit, dem Gefühl ausgeliefert, verlassen und betrogen worden zu sein. Auch drei Tage später wird es nicht viel besser. Das Grab ist zwar leer und wir wissen was das bedeutet. Aber die Leute damals hatten keinen blassen Schimmer was passiert sein könnte. Fragen über Fragen schwirrten in ihren Köpfen. Die Verwirrung war groß. Die beiden seltsamen Gestalten, die Engel, berichteten zwar das Jesus auferstanden war, aber so richtig glauben konnte es zunächst niemand. Erst als sie dem Auferstanden Jesus begegnen und er sich zu erkennen gibt kommt Gewissheit in die Situation.

Wie gemütlich haben wir es da heute an Karfreitag, weil wir voller Hoffnung auf Ostern schauen können. Was die Gläubigen damals durchgemacht haben, können wir nur erahnen.

„Eine große Menschenmenge folgte Jesus [auf dem Weg nach Golgatha], darunter viele Frauen, die laut klagten und weinten“ – Lukas 23,27

„Die Menschen, die in Scharen zu dem Schauspiel der Kreuzigung herbeigeströmt waren und das ganze Geschehen miterlebt hatten, schlugen sich an die Brust und kehrten betroffen in die Stadt zurück“ – Lukas 23, 48

Die Hoffnung, ihr Weg raus aus der Unterdrückung, dass war für sie Jesus. Und jetzt hängt er am Kreuz. Tod und verspottet. Er wirkt besiegt. Aber er ist es nicht. Er wird siegen. Siegen über den Tod, ein für alle Mal.

„>>Was ist denn geschehen?<<, fragte Jesus. Sie erwiederten: >> Es geht um Jesus von Nazaret, der sich durch sein Wirken und sein Wort vor Gott und vor dem ganzen Volk als mächtiger Prophet erwiesen hatte. Ihn haben unsere führenden Priester und die anderen führenden Männer zum Tode verurteilen und kreuzigen lassen. Und wir hatten gehofft, er sei es, der Israel erlösen werde! Heute ist außerdem schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.“ -Lukas 24, 19-21

Ich kann mir vorstellen, dass die Jünger und auch die anderen Jesusnachfolger das Gefühl hatten wie vor einer Wand zu stehen und keine Ahnung hatten wie es jetzt weiter geht. Und das obwohl sie zuvor gesehen hatten, wie Jesus Tote wieder auferweckt und alle möglichen unglaublichen Wunder getan hat. Aber in diesem Moment, als sie Jesus am Kreuz hängen sehen, da kehrt Hoffnungslosigkeit ein. Sie rechnen nicht damit, dass Jesus wieder auferstehen wird, obwohl er oft versucht hat den Jüngern mittzuteilen, was geschehen wird. (Matthäus 26, 1-2; Johannes 20,9) Jesus hat die Jünger auf alle Geschehnisse vorbereitet und auch in der Schrift haben Propheten davon gesprochen, dass Jesus sterben und nach drei Tagen wieder auferstehen würde.

Manchmal geht es uns genauso. Wir stehen wie vor einer Wand, und wissen einfach nicht, wie wir da jetzt weiterkommen. Die Situation wird als „ausweglos“ abgestempelt. Wir lassen uns zunächst von sichtbaren, äußeren Umständen beeinflussen, anstatt auf die Versprechen Gottes zu schauen. Die gute Nachricht: Jesus hat die Wand durchbrochen. Er hat den Tod besiegt. Er ist wieder auferstanden.

Ich möchte dir, besonders heute an Karfreitag sagen: Es geht weiter. Jesus tut auch heute noch Wunder. Sie mögen so aussehen, wie du sie erwartest. Aber manchmal da sehen diese Wunder nicht so aus wie wir uns das vorstellen. Manchmal, da ändert sich vielleicht nichts an unserer Situation aber unser Herz. Meine Nachbarin hat mich gestern daran erinnert, dass gerade auch diese Veränderung im Herzen ein riesen Wunder ist.

Die Auferstehung, das Wunder, daran wollte zu Beginn niemand so richtig glauben. Erkannt hat Jesus zunächst auch niemand. Maria erkennt ihn erst, als er sie mit ihrem Namen anspricht (Johannes 20, 14-16) und auch die Jünger erkennen ihn zunächst nicht. Zwei der Jünger gehen sogar ein ganzes Stück ihres Weges  mit ihn nach Emmaus ohne ihn zu erkennen:

„Unterwegs sprachen sie über alles, was in den zurückliegenden Tagen geschehen war; und während sie so miteinander redeten und sich Gedanken machenten, trat Jesus selbst zu ihnen und schloss sich ihnen an. Doch es war als würden ihnen die Augen zugehalten: Sie erkannten ihn nicht. >> Worüber redet ihr denn miteinander auf eurem Weg?<< Fragte er sie. Da blieben sie traurig stehen. [Sie erzählen Jesus von den Geschehnissen der letzten Tage…] Da sagte Jesus zu ihnen: >> Ihr unverständigen Leute! Wie schwer fällt es euch, all das zu glauben, was die Propheten gesagt haben! Musste denn der Messias nicht das alles erleiden, um zu seiner Herrlichkeit zu gelangen?<< […] Da begleitete er sie hinein [die beiden Jünger hatten Jesus zu sich eingeladen] und blieb bei ihnen. Als er dann mit ihnen am Tisch saß, nahm er das Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es ihnen. Da wurde ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.“ – Lukas 24, 14 – 31

Später begegnet Jesus auch, bis auf Thomas, dem Rest der Jünger (Lukas 24, 36-41) und auch der Rest erkannte Jesus zunächst nicht, sondern erst, als er ihnen seine Wunden zeigte. Als diese dann auf den letzten Jünger, Thomas zugingen, kann auch er es nicht glauben, bis Jesus auf ihn zukommt und ihm seine Wunden zeigt. (Johannes 20, 24-29) Genauso geht es weiter, als Jesus allen beim Fischen begegnet. Auch hier erkennen sie Jesus zunächst nicht, obwohl sie ihn nach der Auferstehung bereits wiedergesehen hatten.

Geht es uns manchmal nicht auch so, dass wir Jesus und sein Wirken nicht erkennen? Vielleicht auch gerade deshalb nicht, weil wir ihn uns anders vorstellen oder gar nicht erst mit ihm rechnen. Aber Jesus möchte uns in unserem Alltag begegnen. Jesus begegnet seinen Jüngern in ihrem Alltag. Er begegnet zwei Jüngern auf ihrem Weg, dann später allen Jüngern als sie sich versammelt hatten und schließlich an ihrem Arbeitsplatz, beim Fischen. Sie müssen nicht an einen heiligen Ort gehen um ihm zu begegnen, sondern Jesus geht auf sie zu. Wie genial ist das denn?!  So können der Alltag und der Beruf doch auch zu etwas Spannendem werden (mehr dazu hier: Ein Hoch auf den Alltag)

Begegnung und Gemeinschaft sind schließlich auch der Grund, warum Jesus gestorben ist. Er, der perfekte, unschuldige Mensch starb stellvertretend für dich, für deine Fehltritte. Er starb, damit dich all das nicht mehr von Gott trennen kann und du jetzt eine Beziehung zu deinem heiligen und perfekten Vater im Himmel haben kannst. Denn das ist der Herzenswunsch Gottes: Eine lebendige Beziehung mit dir zu haben.

Ich bin davon überzeugt, dass wir eine persönliche Begegnung brauchen, damit wir nicht nur wissen, dass Jesus auferstanden ist, sondern damit wir es auch wirklich glauben. Solche Begegnungen mit Jesus wünsche ich dir! Begegnungen, die aus einem Fragezeichen ein Ausrufezeichen machen.

 

Anka

...die sich auf den

Frühlingsanfang und das

Erwachen freut.

    Sei du
    Der Kreisel