Schluss mit FOMO!

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Letztes Jahr habe ich mein Praktikum bei einem fairen und nachhaltigen Modelabel gemacht. Wo ich durch „Zufall“ reingerutscht bin hat sich als etwas mehr als geniales entpuppt. Ich meine wie cool ist es denn schicke Mode zu produzieren, die aus nachhaltigen Material hergestellt und für die ein fairer Lohn und gute Arbeitsbedingungen ausgehandelt wird. Gerne würde ich auch weiterhin in dieser Branche tätig sein. Aber immer mal wieder kommt mir der Zweifel, was wenn es doch nicht das richtige ist? Was wenn es doch noch etwas Besseres gibt? So viele Alternativem habe ich doch noch gar nicht ausprobiert. Da tut sich die Frage auf: verpasse ich etwas, wenn ich weiterhin diesen Weg verfolge?

Zu Beginn des Semesters hatten wir eine Auswahl von sieben Projekten mit unterschiedlichen Unternehmen. Von Start Ups bis zu großen Konzernen, von Mode über IT bis hin zu Flughäfen war alles dabei. Da stand ich natürlich vor der Entscheidung: Was mache ich jetzt? Und ich habe solche Entscheidungen einfach nicht gern. Oft weiß ich eigentlich schon genau was ich will. Dann kommen jedoch Freunde und ich frage sie nach ihren Wünschen. Sie nennen mir tolle Aspekte eines anderen Projektes und schon beginnen folgende Fragen in meinem Kopf zu kreisen: Was ist, wenn ich mich auf ein Projekt einlasse und dann merke, dass das andere doch viel interessanter ist. Was ist, wenn ich mich da jetzt eintrage, aber dann in ein Team kommen, dass irgendwie nicht funktioniert? Diese Gedanken nehmen dann zwar mein ganzes Denken in Anspruch, aber wirklich produktiv sind sie nicht. Diese Gedanken bringen mich keinen Schritt weiter. Ich muss eine Entscheidung treffen.

Fällt dir etwas auf? Ich bin immer auf der Suche nach etwas Besserem. Immer auf der Suche, ob es nicht noch mehr gibt. Und obwohl ich mit der gegenwärtigen Situation zufrieden bin, sogar sehr zufrieden, habe ich Angst, dass ich etwas verpasse. Obwohl wir schon eine Entscheidung getroffen haben, haben wir doch immer noch Angst aufgrund von dieser Entscheidung etwas zu verpassen.

Ich denke damit bin ich nicht die Einzige. Bei unseren 1000 Möglichkeiten heutzutage sehen wir alle immer etwas Besseres und Schöneres. Du hast dir ein paar Schuhe gekauft, bist super glücklich, gehst einmal auf Instagram und schon siehst du ein neues paar Schuhe und denkst dir vielleicht: Mist, die wären noch schöner gewesen.

Aber bringt uns diese ständige Suche nach mehr wirklich ans Ziel? Können wir so ankommen? Und warum machen wir das eigentlich. Warum Suche ich nach etwas noch Besserem, wenn ich mit dem gegenwärtigen doch zufrieden bin?

Warum rennen wir oft an einem Abend von der einen auf die andere Party, warum rennen wir von Geburtstag zu Geburtstag. Warum versuche ich irgendwie krampfhaft den 80. Geburtstag meines Opas und die Hochzeit einer Freundin zu besuchen, wobei die Orte der Veranstaltung viel zu weit entfernt voneinander liegen? Weil wir Angst haben etwas zu verpassen.

Ich wollte herausfinden, ob Menschen irgendeine Erklärung für diese Angst haben. Auf der Suche nach der Antwort habe ich herausgefunden, dass diese Angst sogar einen Namen hat: FOMO – Fear of missing out. Wir werden ständig bombardiert mit Infos und Veranstaltungseinladungen. Ständig wird uns kommuniziert was wir noch alles brauchen um glücklich zu sein. Alles schreit danach: Komm zu uns, kauf dir das, das musst du unbedingt mal ausprobieren, das darfst du auf keinen Fall verpassen. Und da wären wir auch schon wieder bei einem Thema, um das es letzte Woche ging: Stress. Denn FOMO versetzt uns in Stress und ständiger Unruhe.

Dabei denke ich, dass es in der heutigen Zeit Reife und vielleicht sogar Mut zeigt, sich für eine Sache zu entscheiden und dabei zu bleiben.

Ich überlege mir mittlerweile immer wieder vor Veranstaltungen: Möchte ich hingehen, weil ich Angst habe etwas zu verpassen und dann nicht mitreden zu können oder möchte ich hingehen, weil ich wirklich Lust darauf habe. Dann treffe ich eine Entscheidung. Diese hilft uns zur Ruhe zu kommen. Sie hilft uns, uns wirklich auf eine Sache zu konzentrieren und im Moment vollkommen präsent zu sein. Sie hilft uns, dass wir uns wirklich auf die Leute einlassen können. Das Hetzen und die Unruhe im Herzen verschwindet, wenn wir eine Entscheidung treffen und dann entscheiden diese nicht zu bereuen.

Klar, manchmal, da geht es wirklich nicht anders als auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Manchmal da bereuen wir Entscheidungen auch zu Recht. Manchmal, da geht auch tatsächlich noch mehr als gerade und dann sollte man sich auch nach dem Mehr ausstrecken. Wenn wir merken, dass der Weg auf dem wir gerade gehen nicht mehr der Richtige ist, dann empfehle ich dir sogar abzubiegen und einen neuen Weg einzuschlagen.

Hier geht es eher um das Gefühl gehetzt zu sein und nicht anzukommen. Wenn dieses Gefühl eintritt rate ich dir mal zu stoppen, einen Gang runterzuschalten und dich zu organisieren. Entscheide dich, was du machen möchtest und sei darin comitted. Lass dich nicht von den Gedanken beherrschen, „was wäre wenn…“ In der Bibel steht:

„Du brauchst dich nicht zu fürchten, kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch sein Reich zu geben.“ – Lukas 12, 32

Hier wird uns versichert, dass wir keine Angst zu haben brauchen irgendetwas zu verpassen, denn Gott wird uns sein Reich geben. Ich meine wie krass ist das denn? Er bietet uns hier sein Reich an.

Du weißt nicht was du tun sollst, wenn mal wieder eine handvoll Angebote nach dir schreien? Dann ermutige ich mich und dich mal Gott zu fragen zu welchem Angebot man ja sagen soll. Und wenn du eine Entscheidung getroffen hast, dann denke dir nicht die ganze Zeit: „Was wäre wenn, … „,sondern mach das Beste aus dem Moment. Steh zu deiner Entscheidung und genieße es.

Bei Gott können wir uns immer nach mehr ausstrecken, denn er hat immer mehr zu geben. Aber wir dürfen uns in einer dankenden Haltung nach ihm ausstreckend, nicht in einer ängstlichen Haltung. Wir brauchen keine Angst zu haben etwas zu verpassen oder zu kurz zu kommen. Er sorgt ja sogar für die Vögel und wie viel mehr bist du es wert (Matthäus 6,26). Angst war noch nie ein guter Ratgeber!

Also: Entscheide dich klar, was du machen möchtest, sei in dieser Sache committed und schenke dir selbst so mehr Frieden und Ruhe um Herzen.  Ciao FOMO!

 

Anka

…die keine Lust mehr

auf FOMO hat.

  • Avatar
    Anna
    27. April 2018

    Riiichtig cooler Beitrag, Anka. DANKE DAFÜR! 🙂

    • Anka
      Anka
      Anna
      27. April 2018

      Freut mich, dass er dir gefällt! 🙂

  • Avatar
    Katha
    29. April 2018

    Genau in so einer Situation eine Entscheidung treffen zu müssen, die mein Leben verändern wird, bin ich gerade. Und es ist so schwer, weil die Gedanken kreisen und jede Möglichkeit in Betracht gezogen wird. Es ist schwierig und belastet mich. Aber ich denke der Beitrag hilft mir einige richtige Gedanken für mich zu finden. Danke!

    • Anka
      Anka
      Katha
      30. April 2018

      Liebe Katha,
      Oh ja, das kann ich gut nachvollziehen. Ich dachte auch immer, wenn ich jetzt eine falsche Entscheidung treffe habe ich den Plan Gottes zerstört, kann nie wieder zurück und das machen was ich eigentlich tun sollte… aber so mächtig sind unsere Entscheidungen dann doch nicht.
      Ich wünsche dir auf jedenfall viel Weisheit für die Entscheidung und Frieden im Herzen, wenn du sie triffst!

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