Lückentext oder leeres Blatt?

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Kennst du noch die wunderbaren Lückentexte aus dem Deutsch- oder Englischunterricht?  Und dann gab es da noch die „freien“ Aufsätze die man schreiben durfte. Ja von wegen frei, auch hier wusste der Lehrer oft genau im Vorneherein was er hören wollte.

Aber gehe ich manchmal nicht genauso mit Gott um? Ich sage zwar, dass ich ihm mein ganzes Leben gebe, aber eigentlich gebe ich ihm nur einen Lückentext oder vielleicht sogar Platz selbst meine Geschichte zu schreiben, aber mit einer Aufgabenstellung die zeigt um was es in meinem Leben gehen soll. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Und grundsätzlich bin ich auch eher ein Fan davon das ich etwas ganz oder gar nicht mache. Aber irgendwas hat mich dann doch davon abgehalten Jesus wirklich mein komplettes Leben zu geben und ihm das Schreiben des Skriptes zu überlassen. Was war das?

Angst. Ich hatte Angst, dass ich dann als Missionarin nach Afrika gehen muss. Dabei konnte ich noch nie etwas mit Afrika anfangen und Missionarin wollte ich im klassischen Sinne auch nie werden. Vor 4 Jahren durfte ich dann feststellen, dass diese Angst total unbegründet ist. Ich hatte mich endlich überwunden und Jesus die Erlaubnis gegeben mit mir zu machen was er will. Während ich das dieses Mal wirklich von ganzen Herzen ausgesprochen habe, hatte ich immer noch Angst, aber ich wusste trotzdem, dass Jesus im Grunde viel besser weiß, was gut für mich ist. Und weißt du was passiert ist? Nichts! Ich studiere jetzt BWL, genauso wie ich es auch zuvor vorhatte. Der einzige Unterschied ist, dass ich es jetzt für Jesus mache und nicht für mich. Und weißt du warum ich glaube, dass Gott mich nicht als Missionarin nach Afrika geschickt hat? Weil er in mir den Wunsch gelegt hat in der Wirtschaft tätig zu sein. Hätte ich als Missionarin nach Afrika gehen wollen, dann hätte mir Jesus diesen Traum ins Herz gelegt.

Wir können unser Leben ganz entspannt in Jesu Hand legen. Er pflanzt die Wünsche und Träume schon in unser Herz, die seinem Willen für unser Leben entsprechen. Und ja, manchmal da schickt Gott uns auch in eine ganz andere Richtung als wir vielleicht selbst gegangen wären, aber auch dann wird er dein Herz darauf vorbereiten und es wird das Richtige sein.

So ging es mir nach dem Abi. Ich war ich so richtig frustriert, weil sich einfach keine Familie gemeldet hatte die mich als Au Pair wollte (zu meiner Verteidigung: Es hatte sich noch bei keiner der Bewerberinnen eine Familie gemeldet. Also waren wir entweder alle furchtbar oder – wahrscheinlicher- es lag doch nicht an uns). Zum Glück hatte ich eine sehr gute Bekannte. Diese hat nicht in den Jammergesang miteingestimmt.  Sie meinte ich solle doch von meinem wehleidigen und faulen Hintern aufstehen und mich um eine Alternative kümmern. Es war ja immerhin schon Juni. Und dann ging die Reise zwar immer noch in mein Wunschland Costa Rica, aber nicht als Au Pair, sondern als Schülerin einer Jüngerschaftsschule. Tsja, manchmal ist so eine klare Ansage doch besser als Mitleid. Meine Beziehung zu Gott wurde in dieser Zeit so tief, ich habe so viele geniale Dinge erlebt, war 3 Monate in Zentralamerika als Missionarin unterwegs und möchte diese Zeit wirklich nicht in meinem Lebenslauf missen.

„Als Jesus danach weiterging und am Zollhaus vorbeikam, sah er dort einen Zolleinnehmer sitzen, einen Mann namens Levi. Jesus sagte zu ihm: „Folge mir nach!“ Da stand Levi auf, ließ alles zurück und folgte Jesus“ – Lukas 5, 27-28

Wow, was ein Mann. Jesus erklärt ihm nichts. Jesus verspricht Levi nichts. Levi steht einfach auf und folgt Jesus nach. Er hat keine Ahnung, was auf ihn zukommen wird. Das nenne ich mal radikal. Von dieser Sorte Menschen gibt es noch einige mehr in der Bibel. Und genau da möchte ich hinkommen. Wie sieht es mit dir aus?

Auch David hatte erkannt, dass der Herr unser Hirte ist und uns NUR zu Gutem führen wird, denn er ist gut.

„Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. – Psalm 23, 1-3

Was Gott vorhat, ist viel genialer als das wir es uns auch nur erträumen könnten! Ein kleiner Appel an mich und all die anderen Kontroll-Freaks: Wir können Gott wirklich mehr vertrauen. Klar ist es nicht so, dass unser Leben perfekt und reibungslos verlaufen wird, wenn wir es Jesus geben, aber wir haben immer jemanden an unserer Seite, der mitgeht. Er hat dich mit allem ausgestattet was du brauchst um seinen Plan für dein Leben auszuleben.  Jesus ist der einzige der den Helikopterblick hat. Wir meinen vielleicht manchmal, dass wir den Überblick hätten, aber das ist nun mal nicht so.

Schnell habe ich gemerkt, dass es nicht ausreichend war Jesus einmal zu sagen, dass ich ihm mein Leben gebe. Wir sollten immer wieder Jesus zum Herrn erklären denn schwups die wups sitzen wir doch wieder auf dem Thron und versuchen zu bestimmen wo es langgeht (zumindest geht es mir so).

„Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit Erfolg“. Sprüche 3,6

Also, möchtest du Gott weiterhin einen Lückentext vorlegen, oder möchtest du ihm ein weißes Blatt hinlegen, auf das er alles aufschreiben kann, was er für dich bereithält? Check immer mal wieder im Laufe deines Lebens, wer gerade die Zügel in der Hand hält. Du, oder Jesus?

Anka

…die eigentlich auch weiß,

dass ihr Leben in Gottes Hand am

besten aufgehoben ist.

    Kreativtät- oder warum es sich lohnt, selbst zu denken
    Ein Hoch auf den Alltag!