In der Zwischenzeit

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Na, wo steckst du gerade so? Ich stecke gerade irgendwie in der Zwischenzeit fest. Vor fünf Jahren habe ich die Schule verlassen und bin in die große weite Welt gegangen. Und alles schien mir möglich zu sein. Oh, wie ich diese Freiheit genoss. Und dann ging es zurück nach Deutschland und das Studentenleben begann. Die Zwischenzeit. Die Zeit zwischen der Schule und dem wahren Leben. Eine Zeit, in der ich irgendwie noch ein bisschen in Watte gepackt bin. Ich habe schon viel Neues gelernt in dieser Zwischenzeit. Habe andere Städte und andere Länder besucht. Ich habe sie genossen diese Zwischenzeit. Doch so langsam merke ich, wie ich unruhig werde.

So langsam möchte ich endlich anfangen zu arbeiten. Von dieser Zwischenzeit habe ich so allmählich genug. Meiner Meinung nach ist es mal Zeit für den nächsten Schritt. Und wenn wir mal ehrlich sind, dann ist das doch oft so. So ein bisschen Warten das halten wir noch aus. So ein bisschen durch einen Prozess gehen, das schaffen wir schon. Aber dann kommt irgendwann einmal der Punkt. Da wollen wir (oder zumindest ich), dass wir vorankommen, dass der Prozess abgeschlossen wird. Wir wollen, dass sich der Traum endlich erfüllt. Was ist dein Traum? Auf was wartest du schon sehnsüchtig?

Mir sind unter anderem zwei Dinge besonders wichtig geworden, die ich in der Zwischenzeit tun bzw. auch nicht tun möchte. Und die gebe ich dir jetzt einfach mal als Anregung weiter.

1. Lebe auch in der Zwischenzeit von ganzem Herzen

Ich studiere BWL. Im Grunde dreht es sich dabei immer wieder darum, wie man schneller, besser und ressourceneffizienter arbeiten kann. Ständig sucht man nach Verbesserungen. Ständig möchte man noch schneller und noch besser Vorankommen. Still stehen bleiben, ist da nicht so angesagt. Und das ist gut so, denn wir sollen ganz gewiss nicht auf der Stelle stehen bleiben. Auch nicht in unserem Leben mit Gott. Paulus hat sich einmal ganz schön über eine unreife Gemeinde aufgeregt:

„Allerdings konnte ich mit euch, liebe Geschwister, nicht wie mit geistlich reifen Menschen reden. Ihr habt euch von den Vorstellungen und Wünschen eurer eigenen Natur bestimmen lassen, sodass ihr euch, was euren Glauben an Christus betrifft, wie unmündige Kinder verhalten habt. Milch habe ich euch gegeben, keine feste Nahrung, weil ihr die noch nicht vertragen konntet. Selbst heute könnt ihr sie noch nicht vertragen“ – 1. Korinther 3, 1-2

Wenn es jedoch dazu führt, dass du nicht mehr im Hier und Jetzt lebst, sondern nur noch in der Sehnsucht auf die Zukunft, auf die Zeit nach der Zwischenzeit, dann empfehle ich dir einmal eine Pause einzulegen, die Stopp Taste zu drücken und mal zu schauen, wie weit dich Gott eigentlich schon gebracht hat. Welchen Weg ist er schon mit dir gegangen? Wie hast du dich in den letzten Jahren verändert? Sei präsent im Prozess und lerne ihn wertzuschätzen. Dein Leben findet jetzt statt und startet nicht erst, wenn die Zwischenzeit vorbei ist. Auch in der Zwischenzeit entwickelst du dich. Wir brauchen diese Zwischenzeiten. Ich brauche eine Zeit in der ich ausgebildet werde für meinen späteren Beruf. Wir stehen in der Zwischenzeit nicht still. Wir gehen weiter, nur ist das manchmal für uns und/oder andere nicht so sichtbar. Ich liebe das Lied Shepherd von Bethel Music, da heißt es:

In the process, in the waiting
You’re making melodies over me

Gott ist präsent, auch in der Zwischenzeit. Auch wenn es so aussieht, als ob gerade nichts voran geht. Auch wenn es sich so anfühlt als würdest du wie ein begossener Pudel am Straßenrand stehen. Bestellt und nicht abgeholt. Lebe von ganzem Herzen. Investiere dich in Freunde, in die Gemeinde. Investiere dich in dein Studium oder wo du sonst gerade stehst.

2. Vergleiche deinen Fortschritt nicht mit dem Fortschritt anderer Leute

Als ich neu nach Würzburg kam und all die neuen Freundschaften sich entwickelt haben, dachte ich immer ich sei die jüngste. Denn ich war ja noch nicht so weit im Glauben wie viele meiner Freunde. Ich habe mich noch nicht so „weiße“ gefühlt. Und als ich dann herausgefunden habe, dass die Mädels alle genauso alt sind wie ich, war ich erstmal kurz schockiert. Ich begann mich selbst so unter Druck zu setzen, um so schnell wie möglich genauso weit zu kommen wie sie. Und dieser Druck hat mich natürlich eher in der damaligen Situation festgehalten anstatt mich voran zu bringen. Das gleiche passierte, als ich erfuhr, dass manche Freunde so alt sind wie ich, aber ihren Master schon fast in der Tasche haben.

Es ist ok deinen Weg zu gehen. Es ist in Ordnung, wenn du noch nicht so weit bist wie die anderen um dich herum. Jesus verändert dich in deinem Tempo. Solange du nach Veränderung in einer gesunden Art und Weise strebst und dein Herz die richtige Einstellung hat musst du dir keinen Stress machen. Vor ein paar Wochen rief mich mein KLEINER Bruder an und erzählte mir, dass er jetzt ne Freundin hat. So. Da hatte ich nun zwei Möglichkeiten wie ich damit umgehe: Entweder ich breche in Tränen und Selbstmitleid aus, weil mittlerweile sogar schon mein kleiner Bruder jemanden gefunden hat und ich immer noch nicht. Oder aber ich freue mich einfach für ihn und genieße weiterhin mein Single Leben (Was ich zum Glück auch tatsächlich tue). Du musst über niemanden triumphieren. Gott hat einen Weg für dich und einen anderen Weg für die anderen.

Comparison is the thief of joy. – Theodore Roosevelt

Vergleichen führt da nur zu Frustration oder dazu, dass du dich überlegen fühlst. In beiden Fällen fällst du von der einen oder anderen Seite vom Pferd und liegst am Boden, anstatt den Ausritt zu genießen.

In dem Lied Shepherd geht es dann folgendermaßen weiter:

And your presence is the promise

For I am a pilgrim on a journey

[…]

Good Shepherd of my soul
Take my hand and lead me on
You make my footsteps and my path secure
So walking on water is just the beginning

Dieses Lied drückt es perfekt aus. Wir sind alle auf einer Reise. Gott nimmt uns an der Hand und leitet uns. Er leitet uns immer gut und in dem Tempo, dass richtig für uns ist. Seine Gegenwart ist das Versprechen. Du wirst ankommen zur richtigen Zeit.

 

Anka

… die sich das alles selbst

immer wieder bewusst machen möchte.

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