Erwartungen

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Ich weiß nicht wie es dir geht, aber meine Erfahrungen mit den Erwartungen glichen lange einer Achterbahnfahrt. Einmal war ich hellauf begeistert, und das andere mal total frustriert. Auch gerade jetzt wieder, zum Beginn eines neuen Jahres muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder in diese Achterbahn einsteige. Denn auch so fahre ich die Dinger nicht so gerne. Um ehrlich zu sein, gab es noch keinen Menschen, der es geschafft hat mich für eine Fahrt zu überreden.

Wenn ich Erwartungen habe, zum Beispiel für ein Event oder eine Konferenz, dann läuft das normalerweise folgendermaßen ab: Zu Beginn habe ich kaum Erwartungen, weil ich keine Lust habe, dass sie enttäuscht werden. Je mehr Zeit jedoch bis zum Event vergeht, desto höher, genauer und konkreter werden meine Erwartungen. Meine Phantasiewelt spielt dann etwas verrückt. Ich erträume mir die künsten Dinge. Nach dem Event bin ich dann enttäuscht, weil genau diese Erwartung nicht eingetreten ist. Das Event kann noch so toll gewesen sein, ich bin danach ein wenig frustriert.

So kam ich irgendwann zu dem Schluss, dass es besser ist sich wirklich keine Erwartungen zu machen. Ich hatte keine Lust mehr frustriert zu sein. Dann habe ich zum Glück eine sehr gute Predigt gehört, die das Verhältnis zwischen mir und den Erwartungen wieder ins Reine gebracht hat.

Und zwar ging es darum, dass wir auf unterschiedliche Art und Weise mit Erwartungen umgehen können. Wir können unsere Erwartungen bis ins kleinste Detail ausformulieren. Und dann muss alles genauso geschehen, wie wir uns das in unserem kleinen, manchmal auch eigensinnigen und sturen Köpfchen ausgedacht haben. Oder aber wir haben bestimmte Erwartungen, bleiben flexibel und werden dann schon sehen was Gott so vor hat. Also sind nicht die Erwartungen per se schlecht, sondern es kommt darauf an, wie wir mit ihnen umgehen.

Die erste Art und Weise führt genau zu der Frustration, die ich oben beschrieben habe. Wir sind enttäuscht, weil die Dinge nicht genau so ablaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Wie oft sagen wir: „Gott bitte mach das genauso wie ich will und ich werde mein Leben verändern!“. Wenn es dann anders kommt als wir es uns ausgemalt haben, werden wir die ganze Zeit davon abgelenkt, was nicht passiert ist, anstatt auf das Gute zu schauen, das passiert ist. Und so entfernen wir uns von Gott und von seinem Herz. Wir sind sauer auf ihn und beschuldigen ihn, warum er nicht einmal etwas Gute in unserem Leben macht. Da kann man dann schonmal zu einer kleinen großen Dramaqueen werden.

Wenn wir jedoch in unserer Erwartungshaltung flexibel bleiben für das was Gott tun möchte, dann werden wir auferbaut. Dann kann es gar nicht zur Frustration kommen. Wir können die Erwartungshaltung haben dass Gott a) Großes tut und b) das richtige tut.

Alles was Gott uns gibt, ist gut und volkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechslen bei ihm Licht und Finsternis. -Jakobus 1,17

Nur darf ich hier manchmal aufpassen, wer jetzt definiert, was „groß“ und „gut“ ist. Bin ich das? Oder hat Gott da doch mehr Durchblick als ich? Wir dürfen unsere Erwartungen aufschreiben und dabei offen bleiben für das was er vorhat und ihn nicht in unser eigenes Raster gefangen halten. Diese Erwartungshaltung basiert auf seinen Versprechen. Wenn dann große Dinge passieren, bemerken wir diese auch und loben und danken Gott.

Wir müssen also nicht damit aufhören Erwartungen zu haben oder diese herunterzuschrauben, sondern dürfen flexibel sein, diese an das anzupassen was kommt, auf das was Gott geplant hat.

Ersteres hält uns in unserer eigenen kleinen Box fest. Letzteres jedoch öffnet unser Herz für die Großartigkeit Gottes.

Wenn du dir jetzt also für das neue Jahr deine Träume, Wünsche und Erwartungen aufschreibst, dann denke an diesen Unterschied. Es ist so gut konkrete Träume und Erwartungen aufzuschreiben. Trotzdem dürfen wir offen dafür bleiben, was Gott in uns tun möchte, welchen Zeitpunkt und welches Tempo er wählt etc. Wie wäre es, wenn du dieses Jahr nicht nur deine Erwartungen aufschreibst, sondern auch Gott fragst, was er für die nächsten Wochen, Monate und für das neue Jahr 2018 geplant hat? Vor 2 Jahren habe ich damit begonnen mir all meine Wünsche, Träume, Erwartungen und das was ich von Gott gehört habe aufzuschreiben, das Ganze sicher zu verwahren und am Ende des Jahres hole ich es wieder und lese mir alles durch. Es ist so erstaunlich zu sehen, was alles passiert ist! (Dieses Jahr muss ich damit leider noch ein paar Tage warten, weil ich meine Liste in meiner WG liegen gelassen habe. Upsi.)

Lasst uns auch für 2018 Großes von Gott erwarten, denn für ihn ist nicht unmöglich.

Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. -Lukas 18,27

Also hab einen guten Start ins neue Jahr!

 

 

Anka

…die sich freut, dass sie

jeder Zeit die Achterbahn

verlassen kann.

  • Avatar
    Rike
    18. Mai 2018

    Liebe Anka, danke für diesen tollen Beitrag!! Das zu lesen hat echt gut getan! 🙂

Hallo, wer bist du?
Der Baum, der am Wasser gepflanzt ist