Candlelight

Posted In: Thema

Wir fragen uns oft, was ist mein Ziel? Wo möchte ich in einem Jahr stehen? Was ist Gottes Plan für mich? Von meiner Mutter habe ich gelernt, dass man sich stattdessen einmal fragen kann: Was begeistert mich?

Mich begeistert es, kreativ zu sein, etwas zu restaurieren oder zu entwerfen. Ich liebe Veränderung ­­­im Beruf und im Alltag. Mich begeistert die Natur mit ihrer Schönheit in allen Variationen. Mich begeistert Musik, die so vielfältig ist, sodass sie alle Menschen auf irgendeine Weise erreicht. Spiel einmal einer alten verwitweten Frau ein Lied ab, welches sie damals während des Kennenlernens ihres Ehemannes gehört hatte und schaue was passiert. Sie strahlt, schwelgt in Erinnerungen und ist glücklich, diesen Moment erlebt zu haben. Da ist ihre Trauer für einen kurzen Moment beiseite geräumt und die Dankbarkeit groß. Das begeistert mich.

Es ist schwer seine Ziele zu formulieren. Es ist einfacher, sich zu fragen, was einen begeistert.

Was schreibt die Bibel über unsere Zukunft und unsere Pläne?

 „Handelt nicht gedankenlos, sondern versucht zu begreifen, was der Herr von euch will.“ Epheser 5,17

 „Wir bitten Gott, euch Einsicht für das zu schenken, was er in eurem Leben bewirken will, und euch mit Weisheit und Erkenntnis zu erfüllen.“ Kolosser 1,9

 Ich denke, Gott meint damit, dass man nicht einfach seinen Beruf oder etwas anderes ohne Verstand wegwerfen soll um dann Gott zu fragen, was dran ist. Ich denke es geht um Geduld, um Gottes Stimme und seinen Ruf verstehen. Es geht darum, sich zu fragen, wie man Gott dienen kann. Es geht darum, Gottes Willen zu erkennen, innerlich zur Ruhe zu kommen und Gott machen zu lassen. Mal ehrlich. So viele Pläne, die ich geschmiedet habe, egal ob Partner, Beruf, Selbstverwirklichung- es kam bei mir oft anders als gedacht. Wenn Gott dir sagt, folge mir nach und gebe deinen Beruf auf, dann mach das, denn dann bist du reicher als vorher.

Eine neue Tür bringt schöne neue Möglichkeiten mit sich aber sie verschließt auch erstmal Dinge, die ich mir zurecht gedacht habe. Diesen Kompromiss muss man annehmen, vielleicht manche Wünsche auf Eis legen und Geduld üben.

Erst vor kurzem bat ich Gott um Hilfe in meinem Arbeitsumfeld. Ich war traurig, weil ich aufgrund meines Schichtdienstes nur selten den Gottesdienst besuchen konnte. Da ist es schwer sich etwas aufzubauen was Hand und Fuß hat und einem Rückhalt geben kann. Es ist schwer zwei Wochen keinen Gottesdienst besuchen zu können durch den man ermutigt wird und auftanken kann. Jetzt hat sich etwas ergeben und ich habe Aussicht auf neue Arbeitszeiten. Ich sehe das als Gottes Geschenk. Um diese Arbeitszeiten zu haben, muss ich aber auch Dinge opfern. Ich muss also entscheiden, worin ich nicht gut bin.

Ich bin ein Mensch, der vor einer Entscheidung unzählige Menschen nach ihrer Meinung fragt, der alles mehrfach durchdenkt, daraufhin abwägt und trotz allem am Schluss nicht überzeugt entscheidet. Ich habe Angst falsch zu entscheiden.

Die Antworten zu den Fragen die ich habe möchte ich in der Bibel suchen. „Frag doch einfach mal Gott“ ist so ein Ratschlag mit dem ich ehrlich gesagt wenig anfangen konnte. Ich weiß, wie das geht. Man betet zu Gott und fragt um Rat aber ehrlich gesagt rechne ich überhaupt nicht mit einer Antwort. Ich wünsche mir, dass ich mir in meinem Inneren klar sein kann, dass ich erkenne, was Gott in mir sieht. Aber ehrlich gesagt traue ich das Gott gar nicht mehr zu. Warum nicht? Weil es in der Vergangenheit anders lief wie ich es gerne gehabt hätte? Gott spricht wie bei der Musik in verschiedenen Sprachen. Mal durch Menschen, mal durch ein Jobangebot, mal durch Gedanken. Er ist kreativ und wie die Musik vielfältig. Wir müssen es nur erkennen. Wenn ich zurückschaue sehe ich sehr deutlich, wo Gott an meiner Tür angeklopft hat und ich ihn abgewiesen habe.

Mir hat mal jemand gesagt, dass die Wartephase intensiver ist als das Ergebnis, auf das man wartet. In der Wartephase ringt man mit Gott, hängt sich an ihn und lernt so einiges über sich und über Gott. Das habe ich auch so erfahren dürfen. Also lerne zu warten!

Gottes Plan für mein Leben? …oder mein Leben für Gottes Plan?

Diese Frage habe ich einmal gelesen und sie hat mich sofort getroffen. Sie hat mir gezeigt, dass bei uns ein Umdenken stattfinden muss. Es geht nicht um mich und meine Selbstverwirklichung. Es geht um Gott. Ihm in allem die Ehre zu geben. Frag nicht was dein Plan für dein Leben ist. Das mache ich tagtäglich und komme nicht zur Ruhe. Schau auf dein jetziges Leben. Nimm dein Leben und gebe es für Gottes Plan her. Ehre ihn mit deinem Leben.

Ich kenne einen Menschen, der sein Autokennzeichen nutzt, um Gott zu ehren. Er hat nicht wie die meisten Menschen seine Initialen darauf, sondern die Initialen einer Bibelstelle. So kommt er oft ins Gespräch mit Menschen. Auch ich habe ihn nach dem Sinn seines Kennzeichens gefragt. Er nannte mir die Bibelstelle und erklärte mir, dass er seinen Besitz Gott zu verdanken hat und ihn damit ehren möchte. Er ehrte Gott mit seinem Auto.

Du musst nicht Missionar in einem weit entfernten Land sein, um Gott zu ehren. Du kannst das auch als Freund, Kollege, Kunde an der Kasse, Autofahrer, Jogger, Partner, Bastler, Drummer, Influencer, Fußballprofi. Sei ein Missionar in deiner eigenen Melodie. Sei mutig anders zu sein. Ehre deine Mitmenschen. Lästere nicht mit. Tu Dinge die kein anderer machen möchte. Sei kein Mitläufer. Ihm zur Ehre.

Auch wenn ich mir manchmal wie eine kleine Kerze für Jesus vorkomme, will ich dennoch mein Leben für seinen Plan nutzen, meine Zweifel begraben und an den großen Raum denken, den die kleine Kerze erhellen kann.

 

Chrisse

…die Sonnenuntergänge

und irisches Bier liebt.

 

 

    How not to be single
    Zeit mit Ihm