Alltag mit Jesus

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Wie geht das eigentlich? Das ´mit Jesus im Alltag leben´?

Diese Frage habe ich mir selbst viele, viele Jahre gestellt und bei allem Ausprobieren und Versuchen war ich am Ende dann doch meistens eher über mich frustriert. Ich hatte versucht jeden Tag zu beten- und war dann doch meistens von irgendwas Anderem abgelenkt. Hatte versucht jeden Morgen in der Bibel zu lesen- und bin dann doch so oft länger im Bett geblieben. Hatte versucht für die eine Freundin aus der Schule zu beten- und hab mich dann doch nicht getraut. Hatte versucht mich tagsüber auf Jesus zu konzentrieren- und hab dann doch an alle Sachen gedacht, die ich noch machen muss. Und am Ende des Tages lag ich in meinem Bett, hab mit Jesus über den Tag geredet und mich entschuldigt, dass ich so wenig Zeit mit ihm verbracht habe. Danach hatte ich meistens ein schlechtes Gewissen was wiederum dazu geführt hat, dass ich den Tag drauf noch weniger Zeit mit Jesus verbracht habe, weil ich dachte, dass er enttäuscht von mir ist. Ich war zutiefst frustriert über mich warum ich das Beten, Stille Zeit machen und Bibel Lesen einfach nicht hinbekomme (außer vielleicht an den 3 christlichen Freizeiten im Jahr, auf denen ich war). Ich war enttäuscht von mir und dachte unbewusst, dass ich ein ´schlechter Christ´ bin und Jesus mich wahrscheinlich weniger liebt, wenn es mir so schwerfällt, Zeit mit ihm zu verbringen.

Es war grad fast ein bisschen komisch, mich nochmal daran zu erinnern, wie es früher war, weil jetzt alles so anders ist. Es gab keinen Punkt, an dem sich von jetzt auf gleich alles zu 180% gedreht hat. Aber ich kann sagen, dass sich im Laufe der letzten paar Jahre so viel in mir getan hat und ich nun aus tiefstem Herzen sagen kann, dass es nichts Schöneres gibt, als das Leben zusammen mit Jesus zu verbringen und dass es richtig einfach ist. Ich habe mal versucht ein paar der Haupt-Erkenntnisse, die ich bekommen habe und einige Tipps zusammenzuschreiben und hoffe echt, dass sie euch weiterbringen können.

1. Es gibt keine Verurteilung mehr für dich!

 „Er (Jesus) aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt. Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden“ (Hebräer 10,12-14)

Ich habe gemerkt, dass der Hauptschlüssel für mich darin lag, immer mehr zu erkennen, was Jesus eigentlich am Kreuz für mich getan hat. ER hat sich hingegeben als Opfer für die Sünde, ein für alle mal. Wir müssen keine Tiere mehr opfern oder sonst irgendwas tun, um Vergebung zu erhalten. Dir und mir ist bereits ein für alle mal vergeben! Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich hab das zwar schon gefühlte tausendmal gehört, aber fange erst jetzt so langsam an, die Tiefe dessen zu begreifen, was Jesus getan hat. Er hat alles vollbracht, hat mich vollkommen gemacht! Danach hat er sich neben Gott hingesetzt. Mir hat das gezeigt, dass er sein Werk wirklich vollendet hat. Müsste man jedes Mal auf´s Neue ihn wieder anflehen, um Vergebung zu bekommen, wenn man was falsch gemacht hat, würde er die ganze Zeit nur am aufspringen-hinsetzen-aufspringen-hinsetzen sein. Aber er hat sich ein für alle mal gesetzt. Und so darf ich einfach aus purer Gnade dieses Geschenk annehmen. Mir ist vergeben. Jesus denkt nicht schlecht über mich wenn ich einen Tag lang nicht in der Bibel lese, auch wenn es ein Monat oder ein Jahr wäre. Er liebt mich einfach. Ich könnte nichts machen, damit er mich mehr liebt und nichts machen, dass er mich weniger liebt. Wir sind zutiefst von ihm geliebt. Wenn er mich nicht verurteilt, warum sollte ich mich dann verurteilen? Ich glaube wir dürfen alle lernen mit uns selbst gnädig zu sein, weil ER uns mit so gnädigen, liebenden, wertschätzenden Augen ansieht. Er denkt nie schlecht über dich, nie! Lasst uns aufhören, diejenigen zu sein, die uns selbst am meisten verdammen. Sei gnädig zu dir, weil er gnädig ist!

Ich merke, wie das richtig viel in mir freigesetzt hat zu wissen, dass ich nichts muss. Ich muss keine Bibel lesen, damit mich Jesus liebt. Ich muss nicht beten, damit Jesus mich noch ein bisschen lieber hat. Er liebt mich, deswegen darf ich all das tun. Aus Liebe heraus, nicht um Liebe zu bekommen.

2. Routinen

Vor ein paar Jahren hat es dann angefangen, dass ich auf einmal Zeit mit Jesus verbringen wollte. Ich hab mich nach ihm gesehnt. Wollte den Tag ganz bewusst mit ihm starten. Und auf einmal war es keine Qual mehr, sondern das Allerschönste. Die Zeit morgens mit Jesus ist zu meiner Lieblingsstunde des Tages geworden. Ich liebe es mir einen Kaffee zu machen, mir meine Kuscheldecke zu holen und mich dann in meinen Papa-Sessel (so heißt mein Lieblingssessel von IKEA inzwischen :D) zu setzen. Jeder Morgen mit Jesus ist anders: Mal bin ich einfach nur still und genieße seine Gegenwart. Manchmal hole ich mein Gitarre und singe ihm zu was mich bewegt. An anderen Tagen erinnert mich Jesus daran, für bestimmte Leute zu beten und dann mache ich das. Manchmal berührt er eine Verletzung in meinem Herzen und heilt diese. Manchmal sagt er mir ein paar Sachen, die für den Tag wichtig sein werden. Es gibt Tage, an denen ich mich mehr mit ihm verbunden fühle, als an anderen Tagen, aber trotzdem ist dieses Kaffeedate mit Jesus am Morgen für mich das Kostbarste geworden. Diese Stunde mit ihm ist so viel wertvoller als eine Stunde Schlaf. Ich liebe diese Routine, die aber so abwechslungsreich und spannend ist. Ich würde dir raten, dir mal zu überlegen, wo du an deinem Tag diese Zeit mit Jesus einbauen könntest. Vielleicht ist es bei dir auch deine Mittagspause oder der Abend. Überlege dir einen Ort wo du deinen Jesus treffen willst. Schalte dein Handy ab in der Zeit (daran muss ich auch noch arbeiten). Und dann genieße einfach diese Zeit mit deinem Liebhaber Jesus. Und du wirst merken: Die Sehnsucht und Liebe zu ihm wird immer größer werden, weil eure Beziehung durch diese viele gemeinsame Zeit so viel tiefer werden wird.

3. Lass Ihn sprechen

Etwas, was ich eigentlich jeden Morgen mache, ist Tagebuch zu schreiben. Es ist kein typisches Tagebuch, sondern für mich ist das wie ein Briefwechsel zwischen Jesus und mir. Ich schreibe immer auf was mich bewegt oder herausfordert, was ich erlebt habe und wonach ich mich sehne. Und dann lasse ich ihn antworten. Ich nehme meinen Stift und schreibe einfach das auf, was er sagt. (Am liebsten würde ich jetzt darüber schreiben, wie das geht seine Stimme zu hören-aber das würde den Blog-Artikel sprengen J). So sind im Laufe der letzten 5 Jahre ungefähr 7 Bücher voll mit Briefen an Jesus und Briefen von ihm an mich entstanden. Wenn ich dann mal wieder Zeiten habe, in denen ich daran zweifle ob er wirklich gut ist und ob ich ihm wirklich vertrauen kann, nehme ich eines der Bücher und fange an zu lesen. Meistens dauert es dann nur 5 Minuten und meine Zweifel wandeln sich in Staunen über ihn um. Mir hilft das richtig dabei, Jesus auch wirklich zur Sprache kommen zu lassen und außerdem kann ich mich so ständig an alles was er gesprochen hat erinnern. Ich liebe es auch am Ende von einem Jahr das ganze Buch durchzulesen und darüber zu staunen wie er mich weiter verändert hat. Vielleicht kannst du das ja einfach mal ausprobieren und in deine Zeit mit Jesus integrieren. Seine Worte, die er zu dir sagt werden dich verändern.

4. Jesus in ALLEM

Ich hab früher auch immer die Zeit mit Jesus und meinen Alltag so richtig getrennt. Hatte vielleicht immer wieder Zeiten, in denen ich mit Jesus geredet habe, aber dann auch wieder meinen Alltag weitergelebt habe. Irgendwie dachte ich, dass ihn das nicht so interessiert oder es zu „ungeistlich“ ist. Größte Lüge überhaupt. Jesus lebt in dir! (Galater 2,20). Wie willst du ihn denn da von deinem ganz normalen Leben trennen? Er liebt es in deinem ganzen Leben involviert zu sein. Nicht nur bei irgendwelchen christlichen Aktionen oder im Gottesdienst. Er liebt es mit dir zu kochen, mit dir Straba zu fahren, mit dir in die Uni, Arbeit oder Schule zu gehen, dabei zu sein, wenn du dich für den Tag fertig machst, mit dir und deinen Freunden Kaffee zu trinken, am Schreibtisch zu sitzen und mit dir zu lernen. Er liebt es, wenn du ihn in alle Momente deines Tages einbeziehst! Für mich hat das eine Zeit lang gedauert wirklich zu begreifen, dass der Schöpfer aller Dinge und allergrößte König in meinem, so klein scheinenden Leben involviert sein will. Aber ich kann euch sagen, dass es das Schönste ist, Leben mit Jesus zu teilen. Du kannst ihn am Morgen fragen was du anziehen sollst, kannst mit ihm reden während du zur Uni, Schule oder Arbeit gehst, kannst ihn in Gesprächen fragen, was du deinem Gegenüber sagen sollst. Kannst ihn fragen, welche Gewürze am besten zum Essen passen und kannst ihn fragen, wie du richtig lernen sollst. Ich habe die letzten paar Monate meine ZULA (Zulassungsarbeit fürs Staatsexamen) geschrieben und habe von Beginn an zu Jesus gesagt, dass ich mir wünsche, dass es einfach geht, Spaß macht und ich währenddessen geniale Zeiten mit ihm habe. Und ich kann euch sagen, dass es so einen großen Unterschied macht, ob ihr euch an den Schreibtisch setzt mit dem Bewusstsein, dass Jesus da jetzt mit euch sitzt, oder ob ihr euch da gelangweilt und genervt alleine hinsetzt. Ich habe erlebt, wie der ganze Prozess der ZULA so gesegnet war und ich echt Freude beim Schreiben hatte. An Punkten wo ich nicht weiterkam, habe ich Jesus gefragt wie ich weitermachen soll und dann hat er mir teilweise ganze Modelle gegeben, mit denen auf einmal alles Sinn gemacht hat. Die Zeit des Schreibens war somit nicht nur Zeit für die UNI sondern vor allem Zeit mit Jesus. Und das war so schön. Wenn ich mal niedergeschlagen war, hat der Heilige Geist mich mit purer Freude beschenkt.

Ich will dich ermutigen, dass du dir bewusstmachst, dass Jesus es liebt, wenn du dein Leben mit ihm lebst. Überlege dir doch mal an welchen Zeiten deines Tages du dich am weitesten von ihm wegfühlst und dann überlege dir, wie du in diese Zeit Jesus miteinbeziehen kannst. Egal ob du gerade arbeitest, in der UNI bist, Mittagsschlaf machst, deine Kinder versorgst, dich mit Freunden triffst oder einfach nur auf einer Bank sitzt. Jesus lebt in dir und liebt es mit dir den ganzen Tag zu reden. Er ist deine Quelle von Freude, Weisheit, Kraft und Stärke! Mit ihm wird kein Tag deines Lebens langweilig und öde, das verspreche ich dir!

So ich hoffe, dass ihr aus dem Artikel etwas für euch mitnehmen konntet! Würde mich total freuen zu hören, wenn ihr merkt dass sich in eurem Alltagsleben mit Jesus etwas verändert! Und jetzt: genießt euren weiteren Tag mit eurem Jesus und erwartet Großes von ihm.

 

Janina

…die jetzt ihren Alltag

als Ehefrau kennenlernt.

    wholehearted ganz praktisch
    Wenn die Leidenschaft zum Beruf und das Leben zum Abenteuer wird