Gott ist gut

Posted In: Erlebtes

Heute möchte ich dir einmal erzählen, wie ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass Gott gut ist, bzw. wie ich diese Wahrheit auch mit meinem Herzen verstanden habe.

Als ich neun Jahre alt war, hatte sich meine ganze Familie, inklusive mir selbst dazu entschieden unser Leben mit Gott als Herrn zu leben. Als ich zehn Jahre alt war, starb mein Vater bei einem Kletterabsturz. Sofort haben andrer Kletterer unsere Schreie gehört und uns weg von dem Felsen in Sicherheit gebracht. Dann kam der Krankenwagen und die Polizei. Alles war irgendwie wie in einem Film. Ich habe es gar nicht so wirklich realisiert. In den folgenen Tagen, Wochen und Jahren waren wir sofort umgeben von liebevollen Menschen, die uns zur Seite standen. Sie brachten uns am Wochenende Brötchen, eine Familie lud mich und meinen Bruder jeden Samstag auf ihren Bauernhof ein. So hatte auch meine Mutter mal einen freien Tag für sich und viele haben für uns gebetet. Gott war mein Anker. In meinen Teenager Jahren entwickelte sich in mir jedoch eine gewisse Wut gegenüber Gott. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie er meinen Vater hatte abstürzen lassen können. Gott liebt mich doch. So steht es zumindest in der Bibel. Warum also musste das geschehen?

Gott komplett loslassen konnte ich aber auch nicht. Es gab immer irgendetwas, das mich zu ihm hingezogen hat. Schließlich war die Wut, oder vielleicht war es auch vielmehr Enttäuschung, nur noch unterbewusst. Aber sie war da. Das „warum Jesus?“ stand immer noch im Raum. Und es hielt mich davon ab, mein Leben ganz in seine Hand zu legen. Mein Vertrauen zu Gott hatte einen kleinen Riss.

Dann eines Abends, ich bin inzwischen 19 Jahre alt, bat mich eine Lehrerin der Jüngerschaftsschule die ich besuchte, doch Gott zu vergeben. Klar, ich kann Gott eigentlich nichts vergeben, denn Gott macht keine Fehler. Er ist perfekt. Ihn trifft keine Schuld. Aber in meinen Augen hatte ich ihn für schuldig gesprochen. Und obwohl dies, wie bereits beschrieben nur noch unterbewusst war, war es da und es musste aus dem Raum. Es trennte mich von Gott und hinderte mich daran seinem Herzen nahe zu kommen. Also habe ich Gott vergeben. Es war hart, denn in meinen Augen war er immer noch schuldig (das ist meistens der Part, der es uns schwer macht anderen zu vergeben). In dem Moment in dem ich die Vergebung jedoch aussprach konnte mein Herz beginnen zu heilen. Die Lügen wichen und die Wahrheit kam in mein Herz (und ein Wasserfall von Tränen brach aus mir heraus). Plötzlich war ich der tiefen Überzeugung: Gott ist gut. Gott hat nur Gutes für mich geplant. Und anstatt Gott nur an meiner Seite zu dulden, konnte ich jetzt seine Hand ergreifen und mit ihm gemeinsam weiterlaufen. Und das ist einfach nur wunderbar.

Ich weiß immer noch nicht, warum mein Vater so früh gestorben ist. Aber diese Frage plagt mich nicht mehr. Vielleicht werde ich es einmal erfahren, vielleicht auch nicht. Natürlich git es auch immer noch Momente, in denen es sehr schmerzt, wenn ich daran denke, dass ich meinen Papa hier auf Erden nie wieder sehen werde, aber das ist nicht mehr so schlimm. Ich weiß, dass Jesus dann mit mir weint und ich weiß, dass ich meinen Papa eines Tages im Himmel wieder sehen werde. Ich muss meinen Blick einfach nur auf Jesus richten. Meinen Fokus auf seine Güte und Großartigkeit setzen. Folgender Bibelvers beschreibt den Wandel, den ich erlebt habe perfekt:

Du hast mein Klagelied in einen Freudetanz verwandelt. Du hast mir Trauerkleider ausgezogen und mich mit einem Festgewand bekleidet. Nun kann ich dich mit meinen Liedern loben, nie will ich verschweigen, was du für mich getan hast. Immer und ewig will ich dir danken, Herr, mein Gott.

-Psalm 30,12-13

Ich habe ein wunderbares Leben, das ich von Herzen genießen kann. Ich bin gesegnet. Ich kann von ganzem Herzen lachen und von ganzem Herzen weinen. Ich kann von ganzem Herzen leben. Und ich kann von ganzem Herzen sagen: Gott ist das Beste was mir passiert ist. Gott ist gut.

Ich möchte dich dazu ermutigen Gott einen Schritt entgegenzukommen, wenn du verletzt wurdest. Er ist gut. Er liebt dich und er steht vor dir, mit offenen Armen (Römer 10,21). Die ganze Zeit. Egal was du machst. Er steht da. Er ist gut.

 

 

Anka

…die die Loblieder zur Schonung ihrer

Mitmenschen dann doch lieber

nur unter der Dusche singt.

    Hoffnung
    Wenn das Herz vor Liebe spricht