Der Segen der Freundschaft

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Hey ihr Lieben!

Wow, was für eine Ehre, dass ich etwas über das Thema Freundschaft schreiben darf.

Meiner Meinung nach ist Freundschaft im Leben essentiell und enorm wichtig. Wie ich Freundschaft erlebe werde ich euch im Folgenden genauer erzählen. Meinen Fokus werde ich auf das gemeinsame Gebet und den Rückhalt durch Freundschaften legen.

In der Schulzeit hatte ich meine 4er Mädels-Clique. Wir sind wortwörtlich durch dick und dünn gegangen. Waren zusammen im Urlaub, auf Studienfahrt und teilweise sogar seit der ersten Klasse zusammen. Wenn ich jetzt an meinen ersten Kontakt mit den Mädels denke, kann ich einfach nur staunen, wie automatisch und einfach der Freundschaftsschluss früher war. Ich bin sehr dankbar für diese Freundschaften und ich hab‘ diese Frauen echt lieb gewonnen. Trotz dieser wertvollen Freundschaft hatte ich die Sehnsucht nach einer engen und festen Freundin. Einer Freundin, der ich wirklich alles anvertrauen und mit der ich mich auch über meinen Glauben austauschen kann. Ich habe oft dafür gebetet und mit GOTT darüber geredet- leider hatte ich oft das Gefühl, dass er mich vergessen hatte oder mir keine enge Freundin schenken wollte.

Schließlich kam das bahnbrechende Ereignis: nach meinem Abitur 2016, entschied ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr auf der Langensteinbacher Höhe. Das ist ein Konferenzzentrum mit Gemeinde und dort sollte ich dann in einem Evangelisationsteam mitarbeiten. Für mich war es eine komplett neue Welt, denn ich spürte, dass ich von Zuhause raus musste und meinen eigenen Weg einschlagen wollte. Ich weiß noch, wie ich am Tag vor der Abreise auf der Treppe saß und betete. Ich überließ GOTT die komplette Kontrolle über den neuen Lebensabschnitt und sagte IHM, dass ich mein Vertrauen auf ihn setzen würde. Im Grunde hatte ich keine Ahnung, mit wem ich in einem Zimmer schlafen würde, aus wie vielen Leuten das Team bestehen würde etc. Kurz gesagt: ich wusste gar nichts. Aber genau das war gut für mich, weil ich die Kontrolle komplett ablegen musste.

Also machte ich mich auf in ein neues „Land“ und ließ einfach alles auf mich zukommen. Ich kam an und mir wurde mitgeteilt, dass wir zu viert im Team (nur Mädels) sein werden und ich mit Jana in einem Zimmer schlafen würde. Ein Jahr lang, mit einer fremden Person- ich war ziemlich aufgeregt. Das witzige war, dass alle anderen vom Team schon da waren, nur Jana nicht. Um 18 Uhr sollte es Abendessen geben, wisst ihr wann sie kam? Genau, um 17.30 Uhr. Das war für mich eine riesen Geduldsprobe. Jana war von Anfang an eine sehr offene Person und umarmte uns sofort. Der erste Eindruck war also schon Mal positiv. Und er ist es bis heute!

Jana und ich fingen irgendwann an, gemeinsam zu beten. Und schließlich beteten wir über die Dinge, die uns beschäftigten und uns schwerfielen. Über die Zeit wurde daraus eine Routine, ohne die unsere Abende total leer waren. So wurde unsere Freundschaft immer tiefer, enger und nahm an Vertrauen und gegenseitigem Geben und Nehmen zu.

Nach den ersten paar Monaten verließ uns die erste Teamkollegin. So war die Vierte im Bunde allein im Zimmer. Für Jana und mich war das gar nicht so einfach, da wir uns schon so intensiv kannten und wir sie nicht ausschließen wollten. Von vier auf drei, war für uns alle nicht leicht, da wir uns schon so aneinander gewöhnt hatten und wussten, welche Gaben in wem steckten. Nach weiteren Monaten, verließ uns dann noch die „übrig gebliebene“ Teamkollegin. Uns wurde so noch einmal klar, dass wir nicht durch Zufall in einem Zimmer gelandet waren, sondern Gott uns da ganz bewusst zusammengesteckt hat.

Jana wurde mir zu einer echten und engen Freundin. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass GOTT mir im FSJ meine „Vertraute“ zur Seite stellt, auf die ich mich verlassen kann, die in mir Dinge hervorbrachte, die ich noch nicht kannte. Bei Jana durfte und darf ich sein wie ich bin. Und wenn ich sie mal verletzte, oder Dinge machte, die nicht gut sind, durfte ich wirklich erleben, wie sie jedes Mal hinter mir stand und mir vergeben konnte. Sowas hatte ich noch nie erlebt. Wir sprachen oft davon, dass unsere „Beziehung“ und das gemeinsame wohnen, eine Ehevorbereitung ist. Das klingt echt seltsam, entspricht aber der Wahrheit. Bei Jana fühlte ich mich sicher und hatte den Rückhalt, den ich mir schon so lange wünschte. Rückhalt ist für mich ein starkes Thema. Für mich ist es wichtig zu wissen, dass jemand hinter mir steht, auch wenn alle Stricke reißen. Klar, ich weiß, dass GOTT mein Rückhalt ist und das ist super wertvoll. Aber meiner Meinung nach braucht man oder zumindest ich, auch einen menschlichen Rückhalt. In Janas Armen durfte ich weinen, bis ich eingeschlafen war, wir lachten viel zusammen und hatten richtige „Lachphasen“, die sich bis spät in die Nacht hineinzogen. Wir beide konnten uns einfach gegenseitig fallen lassen und uns alles erzählen. Und das tut einfach nur gut zu wissen. Durch unsere Gebete sind wir immer mehr zusammengewachsen und wir durften erleben, wie GOTT jede unserer Gebete auf die ein oder andere Weise erhörte. Ich erzähle euch nicht davon, weil ich damit angeben möchte-ganz und gar nicht. Aber wir durften in unserer Freundschaft erleben, wie stark das gemeinsame Gebet ist und welche Auswirkungen es hat. Egal was es war, GOTT hat es wirklich beantwortet.

Natürlich hatten wir auch mal Meinungsverschiedenheiten und schlechte Phasen, aber ich mache euch einfach Mut, mit euren Freunden ehrlich zu sein und Dinge anzusprechen, die euch verletzen oder euch wütend machen. Denn nur so kann eine Beziehung wachsen und so kann die andere Person euch verstehen lernen. Zudem möchte ich euch zum gemeinsamen Gebet ermutigen. Anfangs kann das komisch sein und dauert vermutlich auch nicht lange, aber es lohnt sich!

Ich könnte euch noch so viel erzählen, aber ich denke, das würde den Rahmen sprengen.

Ich möchte euch hiermit einfach zeigen, dass es sich lohnt, auf GOTTES Zeitpunkt zu warten. Denn ER weiß genau, was wir brauchen. Ich bin IHM so dankbar, dass er mir diesen Rückhalt geschenkt hat, den ich so lange gesucht habe. Janas und meine Freundschaft besteht aus einem wirklichen Geben und Nehmen und wir beide tun es aus Liebe. Wenn sie jemanden zum Zuhören braucht, höre ich zu, auch wenn ich eigentlich gerade selbst am Boden bin und andersherum. Das Gebet ist so ein Privileg. Es ist unsere stärkste Waffe, mit der wir uns gegen jegliche Angriffe wehren können und sollen. Jana und ich haben oft erlebt, wie der Teufel das Gebet von uns zerstören wollte und das war hart, aber wir durften standhaft sein, weil wir wissen, wer auf unserer Seite und hinter uns steht.

Ich wünsche euch, dass ihr auch so eine tolle Freundin an eurer Seite habt, die mit euch im Glauben vorwärts geht, durch die ihr lernen dürft und die zu euch steht, egal, was passiert. Eine Freundin, die euch in den Arm nimmt, wenn ihr euch innerlich vor Schmerzen krümmt und die euch vor allem im Gebet unterstützt.

Leider wohnen Jana und ich jetzt etwas weiter auseinander und jeder geht seiner Ausbildung oder dem Studium nach. Das ist wirklich nicht einfach. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass wir wenigstens einmal in der Woche miteinander telefonieren und uns austauschen. Am Ende des Gesprächs beten wir immer noch. Und auch über die Entfernung dürfen wir merken, wie sehr GOTT hinter uns steht und Dinge ins Rollen bringt oder unsere Anliegen erhört. Und das ist so ein Geschenk für uns!

Die Gespräche dauern dann meistens etwas länger, gestern waren es 2,5 Stunden. Aber jede Minute ist es absolut wert, weil GOTT unser Mittelpunkt ist.

Freundschaft ist für mich Rückhalt, Geben und Nehmen, aber vor allem auch Rückhalt durch Gebet und aufeinander zugehen.

Ich hoffe ich konnte euch ermutigen und euch zeigen, dass es sich lohnt, für Freundschaften zu kämpfen, die euch voranbringen und euch helfen, GOTT noch näher zu kommen. Denn sie sind angefochten, das ist ganz klar, aber ihr habt den Stärkeren auf eurer Seite!

 

Lori

…die gerade

überglücklich ist.

    Doppelgebot
    Freundschaft mit Intention