Der Baum, der am Wasser gepflanzt ist

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Noch ganz frisch mit Gott unterwegs, war ich für zehn Monate in Uganda, Afrika. Dort erlebte ich Gott in losgelöster Freude, als Versorger und als der, dessen Wort Bestand hat, wenn alles andere vergeht.

Als sich meine Zeit als Volontärin in diesem Hilfswerk dem Ende zuneigte, wusste ich nur, dass ich nicht nach Hause wollte und es mir irgendwie vor Deutschland graute. Deshalb reiste ich weiter nach Australien, um dort in einer Familie als Au Pair zu arbeiten. Mir war schon klar, dass es hart werden würde, weil es das komplette Gegenteil zu meinem Leben in Uganda sein wird, doch ich fühlte mich gestärkt allen Schwierigkeiten zu trotzen.

In Sydney (eine der reichsten Städte der Welt) angekommen, hatte ich den Kulturschock meines Lebens. Ich konnte nicht durch ein Kaufhaus laufen ohne Kopfschmerzen zu bekommen, heulen wenn ich sah wie die Kids mit ihren Spielsachen umgingen, und wurde dort schon nach wenigen Tagen zur strikten Veganerin. Die Gottesdienste kamen mir vor wie ein Konzert oder eine Show und ich fühlte mich von niemanden richtig verstanden.

Als erstes stürzte ich mich ins Tun, weil ich dachte Gott hätte mir nun das Leid in Uganda gezeigt, damit ich die Welt retten würde. Ich fing an die ‚reichen‘ Menschen als ‚böse‘ anzusehen, sie dafür zu verurteilen, dass sie ihr leben genossen, was zur Folge hatte, dass ich mein Leben immer weniger genießen konnte. Ich erkannte mich selbst kaum wieder, isolierte mich immer öfter, und fühlte mich sehr einsam und unverstanden.

Nach vielen durchkämpften Wochen erinnerte ich mich an eine Prophetie, die ich in Uganda erhalten hatte: „Du wirst sein, wie ein Baum der am Wasser gepflanzt ist. (Vgl. Psalm 1,3) Ich begann darüber nachzudenken, da ich mich so gar nicht ‚wie am Wasser gepflanzt‘ fühlte… Im Gegenteil; ich fühlte mich vertrocknet, verbittert und unverstanden.

Doch unser Vater im Himmel sieht das in uns, was für uns noch nicht einmal im Ansatz erkennbar ist. Gott zeigte mir auf seine wunderbare Art, dass er mich verstand und offenbarte mir eine Geschichte über einen jungen Baum, in dem ich mich wieder erkannte. (Offenbarung im Sinne von: mir kamen Gedanken, die ich aufschrieb und während ich schrieb differenzierten sich die Gedanken und es entstand eben diese Geschichte.)

Und zwar war da ein junger Baum, der nahe einem frischen, wilden und sprudelnden Bergfluss unterhalb des Gebirges seine Wurzeln schlug. Der Baum hatte einen großartigen Frühling und Sommer erlebt, die ersten Früchte getragen und sich prächtig gefühlt. Als die Tage dann kürzer und kühler wurden, schaffte der junge Baum es kaum noch ausreichend Nährstoffe und Wasser bis in die Äste zu pumpen. Infolgedessen fielen all seine Früchte und schließlich auch seine Blätter ab. Er hatte nichts mehr zu geben und nichts mehr, dass ihn schmückte und schützte. Der Baum war kahl. Nun war es oft neblig, sodass der Baum keine anderen Bäume sehen konnte und die meiste Zeit war es ohnehin dunkel. Der eisige Wind fühlte sich noch viel auspeitschender und strafender an.

Genauso fühlte ich mich, hoch empfindsam, so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich nichts geben konnte und jegliche Strahlkraft verloren hatte, einsam und schutzlos. Doch die Geschichte vom jungen Baum endet nicht im eisigen Winter. Denn auch wenn der Winter nicht die beste Jahreszeit für den Baum ist, ist ihm klar, dass es eben nur eine Jahreszeit ist, dass bessere Zeiten wieder kommen werden und dass er es überleben wird. Tief im inneren glaubt er, dass der der ihn erschaffen hat, genau weiß dass ihm seine Blätterpracht besser steht und seine Früchte köstlich sind. Der Baum hat es ja schon einmal erlebt, dass nach dem Winter der Frühling kommt. Und in diesem Vertrauen genießt der junge Baum jeden Sonnenstrahlen der direkt auf seine kahlen Äste fällt. Tatsächlich beginnen die ersten Blätter wieder an den Spitzen der Äste hervorzubrechen. Und der junge Baum ist stärker, prächtiger und seine Früchte noch süßer als im letzten Jahr.

Für mich war das ein persönliches Versprechen von Gott an dem ich mich festhielt. Ich fühlte mich so tief verstanden und das war so heilsam für mich. Er weiß, wofür er mich erschaffen hat und er wird mich auch wieder blühen lassen. Und ich darf einfach im Vertrauen auf ihn ’sein‘.

In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten spürte ich, dass in mir ein Heilungsprozess losgetreten wurde. Dadurch, dass ich mich verstanden und in des Schöpfers Hand geborgen fühlte, konnte ich mich neu öffnen, um mich von seiner Liebe füllen zu lassen.

Und auch zu merken, dass Gott in Kontrolle ist, und dass mein ‚Tun‘ nichts ausrichtet, aber das okay ist, weil Jesus schon alles getan hat. Aus dieser tiefen Gewissheit und dem Vertrauen, welches sich in meinem Herzen ausgebreitet hatte, konnte ich den Blick wieder heben. Gott hob meinen Blick weg von dem beschränkten Beurteilen und dem Verzweifelt sein darüber wie schrecklich die Menschheit auf dieser Erde ist, hin zu ’sein‘ und genießen, dass Gott gut ist.

Ich durfte immer mehr erahnen, dass Jesus es wert ist, mit dem größten Aufwand und unfassbarer Verschwendung angebetet und geliebt zu werden. Welches tiefere Erkennen mich ins Gebetshaus Augsburg geführt hat, in dem Jesus 24/7 angebetet wird. Ich erlebe immer tiefgreifender an der eigenen Seele;

„wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!'“ 2.Korinther 3,17

 

 

Sarina

…die eine besondere Leidenschaft

für Fürbitte entwickelt hat

    Erwartungen
    Weißes Gefieder